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Dosahutaustin

Mein erster Winter auf Gran Canaria: Was ich anders gemacht habe

Ich bin vor drei Jahren zum ersten Mal im Dezember auf Gran Canaria gelandet. Alle hatten mir gesagt: „Da ist immer Sommer, das wird schon.“ Klar, die Insel hat durchschnittlich 22 Grad im Winter. Aber was mir keiner sagte: Die Abende werden richtig kühl. Und der Wind auf der Nordseite kann einem den Aufenthalt ganz schön vermiesen. Nach zwei Wochen in einem ungeheizten Apartment in Arucas habe ich meine Strategie komplett umgestellt. Heute fahre ich jedes Jahr im Januar hin, und ich mache vieles anders. Gran Canaria Tipps hat mir damals geholfen, die wichtigsten Fehler zu vermeiden. Die Seite ist nicht perfekt, aber sie hat einen guten Überblick über die Mikroklimata der Insel.

Die Unterkunft nach Sonnenstand wählen

Im Winter steht die Sonne flach. Das heißt: Wer im Norden wohnt, sieht in den Monaten November bis Februar oft tagelang keine direkte Sonne. Die Häuser dort sind auf Kühle ausgelegt, nicht auf Wärme. Ich hatte eine Finca mit dicken Steinmauern – sah toll aus, aber innen war es kälter als draußen. Der Süden, besonders um Maspalomas und Puerto Rico, bekommt deutlich mehr Sonnenstunden. Die Hotels dort haben oft beheizte Pools, was im Norden selten ist. Ich rate: Bucht im Winter nur Unterkünfte mit Südhanglage oder zumindest mit Heizung. Ein einfacher Tipp, der viel ausmacht.

Warum ich den Norden trotzdem liebe

Klar, der Süden ist wärmer. Aber der Norden hat die richtigen Wälder. Der Los Tilos de Moya, ein Lorbeerwald, sieht im Januar aus wie ein Dschungel aus einem Film. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, aber der Geruch von feuchter Erde und Farnen ist einmalig. Ich bin dort stundenlang gewandert, ohne einer Menschenseele zu begegnen. Das Problem: Die Wege sind oft matschig und nicht markiert. Ich habe mir einmal die Schuhe ruiniert, weil ich dachte, Turnschuhe reichen. Nicht empfehlenswert. Besser feste Wanderschuhe oder zumindest wasserdichte Trekkingsandalen mitnehmen.

Essen gehen: Die versteckten Perlen abseits der Promenade

Die Touristenrestaurants an der Playa del Inglés sind teuer und oft mittelmäßig. Ich habe die besten Gerichte in kleinen Dörfern wie Fataga oder Tejeda gefunden. Da gibt es keine englischen Speisekarten, nur das, was die Familie kocht. Ein Tipp: Die Papas arrugadas mit Mojo Rojo schmecken überall ähnlich, aber die frischen Ziegenkäsesalate in diesen Bergdörfern sind eine andere Liga. Ich esse oft mittags im Freien, weil die Portionen groß sind und ich abends dann nur leichte Sachen brauche. Ein Fehler, den ich gemacht habe: Ich habe immer nur Fisch bestellt, weil ich dachte, Insel bedeutet Meeresfrüchte. Dabei ist das Kanarische Rindfleisch aus dem Norden super zart. Probier mal die Rinderbäckchen in einem Restaurant in Teror – die sind nach acht Stunden Schmorzeit unglaublich.

„Man reist nicht, um anzukommen, sondern um zu reisen. Aber auf Gran Canaria sollte man wissen, wo man ankommt, sonst zittert man nachts unter der Decke.“

Die Strände: Wo das Wasser im Februar noch warm genug ist

Das Wasser um die Insel ist im Winter etwa 19 bis 20 Grad. Das ist kalt, aber man gewöhnt sich. Der Strand von Güigüi ist schwer zu erreichen (zu Fuß über einen steinigen Bergpfad), aber das Wasser dort ist oft klarer und wärmer als an den überfüllten Stränden im Süden. Ich war im letzten Januar dort, und es waren vielleicht fünf Leute auf dem gesamten Strand. Allerdings: Keine Toiletten, kein Schatten. Man muss alles selbst mitbringen. Wer es bequemer will, geht nach Playa de Amadores. Der Strand ist künstlich angelegt, aber das Wasser ist flach und geschützt. Ich habe dort stundenlang gelesen und mich nur zum Abkühlen kurz ins Wasser gelegt.

  • Im Süden: Maspalomas-Dünen und Playa de Meloneras sind windgeschützt
  • Im Norden: Playa de Sardina ist oft leer, aber das Wasser ist rauer
  • Geheimtipp: Playa de Tasarte, nur über einen Feldweg erreichbar, fast immer menschenleer

Auto mieten: Eine Sache der richtigen Versicherung

Ich habe beim ersten Mal ein günstiges Auto bei einer lokalen Firma gemietet. Die Karre hatte keine Heizung – klingt absurd, aber auf den Bergpässen war es eiskalt. Und die Versicherung deckte nur das Allernötigste ab. Ein kleiner Unfall auf dem Weg nach Roque Nublo (ich bin gegen einen Stein gefahren) hat mich 400 Euro Selbstbeteiligung gekostet. Seitdem nehme ich immer die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, auch wenn sie teurer ist. Die Bergstraßen sind eng, die Einheimischen fahren schnell. Wer im Winter mit Regen oder Nebel rechnet, sollte ein Auto mit guter Bereifung nehmen. Die üblichen Anbieter am Flughafen sind okay, aber ich buche mittlerweile bei einem lokalen Vermieter, den die Tipps-Seite empfohlen hat.

Wanderrouten abseits der Touristenpfade

Der Roque Nublo ist überlaufen – selbst im Januar stehen da um 10 Uhr morgens 20 Leute auf dem Gipfel. Ich habe eine Alternative gefunden: die Barranco de Guayadeque, eine Schlucht mit Höhlenwohnungen. Der Weg ist flach, führt durch eine grüne Oase mit Palmen und endet in einem Restaurant, das in einer Höhle gebaut ist. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden, und man sieht fast keine anderen Touristen. Ein anderer Tipp ist der Pico de las Nieves. Der höchste Punkt der Insel (1.949 Meter) ist im Winter manchmal mit Schnee bedeckt. Klingt verrückt, aber ich bin dort im Januar in einer dicken Jacke gestanden und habe auf den Schnee auf dem Gipfel geschaut. Von oben sieht man an klaren Tagen sogar den Teide auf Teneriffa. Aber die Straße dahin ist steil und kurvig – nichts für schwache Nerven.

  • Barranco de Guayadeque: flach, schattig, mit Höhlenrestaurant
  • Pico de las Nieves: Aussichtsplattform, aber Windjacke einpacken
  • Rundweg um die Presa de las Niñas: Stausee-Wanderung, kinderwagentauglich

Wetter und Kleidung: Was ich wirklich brauchte

Ich habe einmal den Fehler gemacht, nur kurze Hosen und T-Shirts einzupacken. Falsch. Auf Gran Canaria im Winter braucht man Schichten: ein dünnes Langarmshirt, eine Fleecejacke und eine wasserdichte Jacke. Die Nächte fallen auf 15 Grad oder tiefer, vor allem in den Bergen. Ich bin in San Mateo nachts in einer Kneipe gesessen, und draußen waren es 12 Grad. Die Einheimischen tragen dicke Pullover und Schals – das sagt alles. Wer wandern will: Gute Schuhe mit Profil sind Pflicht. Ich bin auf dem Weg nach Los Tilos auf nassen Steinen ausgerutscht und habe mir das Handgelenk geprellt. Seitdem laufe ich nur noch mit Stöcken. Und Sonnencreme nicht vergessen – die Sonne im Süden brennt auch im Januar, weil die UV-Strahlung durch die dünne Luft stärker ist. Ich habe mich am ersten Tag am Strand verbrannt, weil ich dachte, bei 22 Grad passiert nichts. Dumm gelaufen.